Kontinuität und Wandel prägen die Stadt
Der Museumsarbeitskreis des Dillinger Stadt- und Hochstiftmuseums zeigt von nun an eine Sonderausstellung mit dem Titel „Alles im Fluss“. Diese thematisiert die Entwicklung Dillingens und führt anhand verschiedener Schautafeln und Exponate durch das gesamte Museum.
Zahlreiche ehrenamtliche Geschichtsinteressierte um die Leiterin Dr. Felicitas Schmid-Grotz und Museumskurator Joerg Roller haben sich mit der Entwicklung Dillingens in den zurückliegenden Jahrhunderten befasst und sind dabei vielen Fragen nachgegangen: Wie vollzog sich etwa der Wandel Dillingens von einer einstigen Burgsiedlung zur heutigen Großen Kreisstadt? Wie kam es zur Gründung der damaligen Universität? Und was hat der historische Wetterhahn auf dem Dach der St.-Wolfgangs-Kapelle hiermit zu tun? Auf diese und viele weitere Fragen liefert die neue Sonderausstellung „Alles im Fluss – Dillingen zwischen Kontinuität und Wandel“ aufschlussreiche Antworten.
Joerg Roller, Kurator des Stadt- und Hochstiftmuseums Dillingen, thematisierte bei seinem Grußwort zur Eröffnung der Sonderausstellung genau dieses Tier – den auf der St.-Wolfgangs-Kapelle thronenden „Gockelhahn“, dessen Geschichte bis in das Jahr 1536 zurückreicht.
Bei der Restaurierung der Kapelle im Jahr 1907 wurde das aus Kupfer geschmiedete Werk abgenommen, damit ihm „sein Zeug wieder neu geflickt werde“, wie der damalige Stadtkaplan Joseph Demleitner im Jahrbuch des Historischen Vereins 1907 berichtete. Nachdem ein Kupferschmiedemeister den Gockel erneuert hatte, überdauerte dieser nahezu weitere 120 Jahre an seinem ursprünglichen Standort. Erst nach einer weiteren Renovierung des Gotteshauses in den Jahren 2024 und 2025 wurde das Kupferwerk durch einen Nachbau ersetzt.
Jener Hahn, der sich über Jahrhunderte das Werden und Vergehen der Menschen in der Donaustadt ansah, hat nach seinem Austausch einen neuen Platz als Dauerleihgabe im Stadt- und Hochstiftmuseum gefunden und ist nun Bestandteil der Sonderausstellung. Die Geschichte dieses Exponats zeigt, dass Kontinuität seit jeher einen hohen Stellenwert in der Dillinger Historie eingenommen hat. Dass es jedoch gleichzeitig eines Wandels bedarf, damit eine Stadt gedeihen könne, betonte Dr. Felicitas Schmid-Grotz bei ihrer Eröffnungsansprache zur temporären Ausstellung. Als Beispiel für notwendige Anpassungen und Veränderungen führte sie die Neugestaltung des Areals an der St.-Wolfgangs-Kapelle an.
Oberbürgermeister Frank Kunz, der bei der Eröffnung ein Grußwort an die Anwesenden richtete, dankte stellvertretend für alle Akteure Dr. Felicitas Schmid-Grotz und Joerg Roller für die erfolgreiche Realisierung des Projekts und verwies auf die Besonderheit des Themas, welches im Rahmen der diesjährigen Sonderausstellung beleuchtet wird.
Die Themenausstellung kann von nun an bis zum 8. November 2026 immer mittwochs und sonntags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 09071 54-292 besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellungsräume sind barrierefrei zugänglich.
