Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.

Neuigkeiten

Autor: Kahr
Artikel vom 30.12.2020

Jahresrückblick und Ausblick

Das Video können Sie auf unserer Facebook-Seite oder auf YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=vuFib7Trs3E ansehen.

____________________________________________________________________________________

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freunde unserer Stadt,

das Jahr 2020 steht kurz vor dem Ende. Ein Jahr, das uns allen in den unterschiedlichsten Bereichen einiges abverlangt hat. Im Beruf und privat, in den Familien, im Freundeskreis, in Ehrenämtern und Vereinen.

„Corona“ stellt unsere Gesellschaft auf die Probe. Dieses Virus ist eine wahre Herausforderung für unser Gesundheits- und Pflegesystem. Eine harte Belastung für unsere Wirtschaft. Und ein echter Kraftakt für alle Eltern und Kinder.

Allen Menschen, die selbst erkrankt sind … oder die Angehörige und Freunde haben, die positiv getestet oder gar verstorben sind, gilt meine Anteilnahme und mein Mitgefühl. Ebenso sende ich all denjenigen viel Kraft, die gerade jetzt über die zurückliegenden Weihnachts-Feiertage und den Jahreswechsel allein waren und allein sind.

Doch um Corona in den Griff zu bekommen, müssen wir weiterhin die Regeln einhalten. Und das heißt: Distanz halten, vorsichtig sein und Kontakte minimieren.

Aus genau diesem Grund konnten in diesem Jahr auch die Bürgerversammlungen nicht in gewohnter Form stattfinden. Daher habe ich Bürgersprechstunden in allen Stadtteilen und der Kernstadt angeboten, um allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern weiterhin die Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche, Anregungen und Fragen zu äußern.

Ebenso musste heuer der traditionelle Jahresrückblick im Stadtrat ausfallen.Deshalb habe ich mich entschieden, Ihnen am Ende dieses Ausnahme-Jahres den Rückblick in dieser digitalen Form – per Video – zu geben. Und Ihnen auf diese Weise ganz anschaulich zu zeigen, dass 2020 die Zeiger nicht stehengeblieben sind … sondern sich unsere Stadt auch und trotz Corona weiter gut entwickelt hat.

Um dieses Video so kompakt wie möglich zu halten, konzentriere ich mich auf eine Auswahl von Projekten, Ereignissen und Veranstaltungen. Hierbei handelt es sich nur um Beispiele – eine vollständige Aufzählung würde den Rahmen sprengen. Auch alle Zahlen rund um den Nachtragshaushalt und die Einwohner-Statistik finden Sie auf unserer Internetseite … ebenso wie die Ergebnisse der Kommunalwahl im März.

Beginnen möchte ich meinen Jahresrückblick mit der Erinnerung an unseren Neujahrsempfang am 3. Januar. Sehen Sie selbst: Unser Stadtsaal mit vielen hundert Menschen. Ohne Abstand, ohne Masken. Ein Jahr später kommt einem dieses Bild vor wie aus einer anderen Welt. Der Festredner war der heutige Bischof von Augsburg, Dr. Bertram Meier. Das Thema der Veranstaltung war die „Dankbarkeit“. Rückblickend kann man sagen: Da war die Welt noch in Ordnung. Es folgte die WIR im März. Bei der großen Regionalausstellung hat unsere heimische Wirtschaft wieder eindrucksvoll bewiesen, wie vielfältig und schlagkräftig sie aufgestellt ist. Gleichzeitig war die WIR die letzte Großveranstaltung in diesem Jahr – mit dem letzten Veranstaltungstag kamen vom Landratsamt auch die ersten Corona-Anordnungen.

Mitte März fand – schon unter ganz anderen Vorzeichen – die Kommunalwahl statt. Neun  erfahrene und verdiente Mitglieder unseres Stadtrats sind damals nicht mehr angetreten. Ihnen gilt für ihren Einsatz für unsere Stadt in der Vergangenheit auch an dieser Stelle nochmals mein herzlicher und aufrichtiger Dank. Von den insgesamt 24 Mitgliedern kamen ab Mai elf  neue dazu.

Dass wir als Gremium seither Corona-bedingt nur mit großer Distanz oder virtuell tagen konnten, war für uns alle eine Umstellung. Ich persönlich bin aber sehr dankbar und froh, dass wir als Stadtrat einvernehmlich und konstruktiv diese Herausforderung angenommen haben. Und im Sinne des bewährt guten Miteinanders die Entwicklung unserer Stadt weiter vorangebracht haben. Wenn ich von Entwicklung spreche, dann möchte ich zunächst den Blick auf die zahlreichen Baumaßnahmen richten, bei denen die Stadt selbst Bauherr ist.

Zu allererst nenne ich hier den Teilneubau unserer Mittelschule. Das ganze Jahr über sind die Arbeiten gut vorangekommen. Stand heute liegen wir weiterhin im Kostenrahmen, der vom Stadtrat auf 23,2 Millionen Euro festgelegt wurde. Und wenn der Bau weiterhin so läuft, kann der Betrieb wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2021 starten. Auch der Wiederaufbau unseres Rathauses ist in diesem Jahr weiter fortgeschritten. An den Kosten in Höhe von rund 10 Millionen Euro hat sich nichts geändert – ebenso wenig wie an der Zusage der Versicherung, rund zwei Drittel hiervon zu übernehmen. Zur Jahresmitte wurde das Gerüst an der Fassade entfernt. Die Arbeiten im Innenbereich laufen aber noch weiter. Kürzlich endete Ausschreibungsfrist für die Gastronomie: über das Ergebnis wird die Stadt voraussichtlich zu Jahresbeginn informieren. Die Fertigstellung des Wiederaufbaus können wir dann voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 begehen – hoffentlich mit der Möglichkeit zu einer öffentlichen Feier.

Und noch eine dritte Dillinger Großmaßnahme soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen sein: Nämlich das Parkhaus an der Bahnhofsstraße. Unser Kommunalunternehmen lässt dieses Gebäude derzeit neben dem „Haus der Wirtschaft“ unserer IHK errichten. Statt bislang 130 Parkplätzen auf der Fläche stehen dann in Zukunft rund 300 Plätze zur Verfügung. Während der Bauphase verkehrt weiterhin der Shuttlebus vom Festplatz über den Bayerisch-Hof-Platz bis zum Bahnhof. Die Fahrt ist kostenlos. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele dieses Angebot in Anspruch nehmen.  

Neben diesen drei Großmaßnahmen, die alle nach dem Sommer 2021 fertig werden sollen, haben wir vonseiten der Stadt bereits heuer eine ganze Reihe weiterer Projekte angestoßen und realisiert:

 

  • So wurde etwa die Krippe in Schretzheim erweitert.
  • Auch die Kita in Donaualtheim haben wir um weitere Räume ausgebaut.
  • Im Baugebiet in Steinheim sind die Arbeiten sowohl vonseiten der Stadt als auch der privaten  Bauträger gut vorangekommen.
  • Auch im Baugebiet in Kicklingen wurde weiter gebaut.
  • Und auch im Gewerbegebiet Siemensstraße tat sich einiges.
  • Mit voller Überzeugung investieren wir als Stadt Jahr für Jahr auch in die Ausrüstung und die Immobilien unserer sieben Feuerwehren. Heuer war eine Großmaßnahme die Innen- und Außensanierung des Gebäudes der Kernstadt-Feuerwehr. Rund 300.000 Euro wurden hier unter anderem für die Instandsetzung des Daches, eine Abgas-Absauganlage, die Heizung, Beleuchtung und die Fassade ausgegeben. Hinzu kam neue Schutzkleidung mit einem Wert im sechsstelligen Bereich.
  • Als Beispiel für die zahlreichen Straßenunterhaltsmaßnahmen und Straßenbauten nenne ich die Georg-Graf-Straße in Donaualtheim. Hier haben der Landkreis und die Stadt gemeinsam die bestehende Straße ausgebaut und die Vorfahrtssituation angepasst. Damit konnte ein weiteres Plus zur Verkehrsberuhigung und zur Sicherheit erreicht werden – ebenso wie mit der neuen Verkehrsinsel im Süden an der Marienstraße.
  • Und zuletzt möchte ich mit dem Dirtpark im Donaustadion noch eine Maßnahme aufführen, die besonders für die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt ein echter neuer Magnet geworden ist. Ich freue mich schon sehr, wenn der Betrieb nächstes Frühjahr wieder starten kann – gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den geplanten Pumptrack, der direkt daneben entstehen soll.

Danken möchte ich an dieser Stelle allen Firmen und Projektverantwortlichen, die an den eben genannten städtischen Baumaßnahmen beteiligt waren. Gerade in diesem Krisen-Jahr hat sich wieder einmal gezeigt, dass auf unsere örtlichen Unternehmen Verlass ist. Ich bin sehr froh, dass alles so reibungslos funktioniert hat – alle Frauen und Männer in den Büros und auf den Baustellen, die dazu beigetragen haben, können ganz zu Recht stolz auf sich sein!

Und das Gleiche gilt natürlich ebenso für die Vielzahl an Maßnahmen, die vonseiten der Privatwirtschaft und von Investoren umgesetzt werden und wurden!

Hierzu zählen:

  • Der Neubau der Direktion der Regens-Wagner-Stiftungen an der Prälat-Hummel-Straße
  • Die Fertigstellung vom „Haus der Wirtschaft“ der IHK in der Bahnhofstraße. In Zukunft werden hier zahlreiche Menschen aus Nah und Fern Angebote der IHK wahrnehmen. Und mit Fachwissen und praxisnahen Inhalten dauerhaft und nachhaltig unsere örtlichen Unternehmen stärken. Ich bin sehr dankbar, dass es gelungen ist, die Verantwortlichen bei der Ansiedlung dieses Bildungszentrum von Dillingen zu überzeugen. Denn dieses Leuchtturm-Projekt ist ein wichtiger Meilenstein für den Bildungsstandort Dillingen.
  • Ebenso wie die Erweiterung des sogenannten „Bonaventura-Campus“. Rund 25 Millionen Euro investiert das Schulwerk der Diözese Augsburg in neue Räumlichkeiten für die neue Fachoberschule, die Realschule, das Gymnasium sowie die Fachakademie für Sozialpädagogik. Übrigens: In diesem Sommer konnten die ersten Absolventen der neuen FOS ihren Abschluss feiern.
  • Nicht nur im Bereich der Bildung – auch bei den Einkaufsmöglichkeiten erfährt unsere Stadt eine kräftige Stärkung. So geht die gemeinsame Baustelle von der Active-Group und der VR-Bank in der Kapuzinerstraße mit großen Schritten voran. Voraussichtlich nächstes Jahr werden dann der neue, moderne Müller-Markt, ein Schuh-Shop sowie ein Bekleidungsgeschäft ihre Türen öffnen. Darüber entstehen gewerbliche Flächen sowie eine Reihe von Innenstadt-Wohnungen.
  • Ein weiteres Beispiel für die zahlreichen Wohnungsbaumaßnahmen ist das Projekt von MKM, das derzeit in der Donaustraße errichtet. Um nur eine Zahl zu nennen: Allein hier entstehen gerade zusätzliche 24 Wohneinheiten.
  • Im Sinne einer Nachverdichtung in zentralster Lage hat die Firma Finkbeiner gegenüber dem Bahnhof zusätzliche Gewerbeflächen geschaffen. Hier arbeiten seit rund einem Jahr die Kinderärzte. Einen besser mit Bus und Bahn erreichbaren Standort gibt es wohl gar nicht. Und ein Stockwerk darüber soll im Frühjahr das sogenannte „Bayern-Lab“ in Betrieb gehen. Eine Bildungseinrichtung des Freistaats, in der vor allem auch Themen rund um die Digitalisierung in den Fokus rücken werden.  

Digitalisierung – das ist neben Corona wahrscheinlich eines der am häufigsten gefallenen Schlagworte im Jahr 2020. Weil wir sowohl im Beruf als auch im Privaten erlebt haben, welche Möglichkeiten uns das Internet bietet, auch über die Distanz miteinander in Kontakt zu bleiben.

Ein besonderer Bereich der Digitalisierung, der für mich persönlich höchste Priorität besitzt, ist die Ausstattung unserer Schulen. Als Stadt sind wir Sachaufwandsträger für die Grundschulen sowie für die Mittelschule. Bereits im Herbst konnten wir unter anderem die frühzeitig bestellten iPad-Koffer an die Schulleitungen aushändigen. Möglich war diese und weitere Investitionen im insgesamt sechsstelligen Bereich auch, weil wir die neu aufgelegten Förderprogramme in Anspruch genommen haben.

Und ab Januar soll es CO2-Ampeln in allen Klassenzimmern und in allen Kinderbetreuungs-Einrichtungen geben, die von der Stadt betrieben werden. Auch hiermit leisten wir als Stadt einen weiteren Beitrag dazu, dass Betreuung und Präsenzunterricht 2021 möglichst gut weitergehen können.

Danken möchte ich an dieser Stelle allen Lehrerinnen und Lehrern, allen Erzieherinnen und Erziehern, die im zurückliegenden Jahr vor gewaltigen Herausforderungen gestanden haben. Ebenso spreche ich allen Kindern und Eltern für ihren Einsatz und für ihre Geduld unter diesen Umständen meinen Respekt aus. Als Vater ist mir bewusst, was diese Zeit für die Buben und Mädchen bedeutet. Deswegen war es mir beispielsweise auch wichtig, dass wir mit der Kinderspielstadt in diesem Sommer wenigstens ein Stück weit „Normalität“ in diesem verrückten Jahr für die Kinder anbieten konnten. Selbstverständlich unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Respekt verdienen in diesem Jahr auch alle Firmen und Betriebe, alle Beschäftigten und Verantwortlichen, die entweder unter veränderten Vorzeichen weiterarbeiten konnten und mussten. Und ebenso allen, die Corona-bedingt ihre Geschäfte, Lokale, Studios oder Produktionsstätten schließen mussten. Seit jeher stehen Wirtschaftsvereinigung und Stadt eng zusammen. Und auch in der Corona-Krise kämpfen wir geschlossen mit und für jedes Dillinger Unternehmen!

Danken möchte ich unserer WV für das immer gute und unkomplizierte Miteinander. Nur ein Beispiel: Als es im Sommer darum ging, den Gastronomen kurzfristig und unbürokratisch zusätzliche Außenflächen zur Verfügung zu stellen – und dafür zeitlich begrenzt auf den ein oder anderen Innenstadt-Parkplatz zu verzichten – da hat die WV sofort ihre Bereitschaft signalisiert.

Und der Einsatz für die örtlichen Geschäfte zeigt Wirkung. Das macht allein die Anzahl der DLG-Schecks deutlich, die dieses Jahr und besonders in der Vorweihnachtszeit ausgegeben wurden. Jeder Euro bleibt in unserer Stadt. Deswegen auch an dieser Stelle meine Bitte, mein Wunsch und mein Appell an Sie: Nutzen Sie die Vielfalt unserer Dillinger Geschäfte, kaufen Sie vor Ort oder verwenden Sie den bewährten Dillinger DLG-Scheck.

Ein gutes Beispiel für Innovationen, die sich durch die Corona-Krise ergeben, ist übrigens die sogenannte „Bummeltruhe“, die seit Kurzem in der Kapuzinerstraße steht. Hier haben alle Dillinger Geschäfte die Möglichkeit, Waren für ihre Kunden zu hinterlegen. Eine tolle Idee, die hoffentlich gut angenommen wird.

Bereits 10 Jahre alt und trotzdem frisch und innovativ wie am ersten Tag ist der Verein „Image Plus“. Bekannt geworden ist er auch durch den Slogan, der mittlerweile schon zum geflügelten Wort geworden ist: „Dillingen zieht an“.

Und völlig richtig: Dillingen hat auch heuer buchstäblich wieder angezogen. Die folgenden Beispiele machen deutlich, dass 2020 nicht nur ein Jahr der wirtschaftlichen Hiobsbotschaften war – sondern es auch Lichtblicke gab. So haben sich eine ganze Reihe von Firmen neu bei uns niedergelassen. Darunter waren unter anderem:

-      Der Escape-Room am Stadtberg

-      Die Tiefbau-Firma Holl, die zur Klaus-Gruppe gehört

-      Die Heil- und Hypnosepraxis Döhnel in der Königstraße

-      Das Elektroplanungs-Büro „Ingenieurgesellschaft Stark“ im Gewerbegebiet Siemensstraße

-      Physiotherapie Amir in der Ferdinand-Braun-Straße

-      CSP Caffe Servicepartner im Gewerbegebiet Siemensstraße

-      Der Hundesalon „Traumfell“ in der Rosenstraße

-      Oder auch die Ansiedlung der Firma Würth im Gewerbegebiet Steinheim Ost

-      Und nicht neu … sondern bereits seit 300 Jahren … ist das Unternehmen Möbel Hardtmuth bei uns in Dillingen. Hierzu auch auf diesem Wege nochmals meinen Glückwunsch.

Das alles sind gute Nachrichten. Ebenso waren wir im Stadtrat erleichtert, dass die im Frühjahr befürchteten Einbrüche bei der Gewerbesteuer zumindest in diesem Jahr nicht so dramatisch ausgefallen sind, wie zunächst befürchtet. Dies schlägt sich auch in unserem Nachtragshaushalt nieder, mit dem wir als Gremium und Verwaltung auf die veränderte Lage reagiert haben.

Aber – liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger:

All diese positiven Signale dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch zahlreiche Geschäftsleute bei uns gibt, die derzeit richtig zu kämpfen haben. An sie alle appelliere ich: Wenn es Probleme gibt, dann kommen Sie auf mich persönlich zu. Lieber zu früh, wenn es noch Spielraum gibt, als zu spät. Danken möchte ich allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich in diesem Jahr für das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Mitmenschen eingesetzt haben. Hierzu zählen alle Mitglieder der Blaulichtfamilie – neben der Polizei vor allem auch die Ehrenamtlichen der Feuerwehren, vom THW und den Rettungsdiensten.

Stichwort „Ehrenamtliche“: Genauso bitter wie für die Wirtschaft war dieses Jahr auch für das vielfältige gesellschaftliche Leben in unserer Stadt.

Hierzu zählt unter anderem die Arbeit in den Kirchen. Diese war heuer unglaublich wichtig und gleichzeitig herausfordernd. Mit viel Ideenreichtum, Flexibilität und Einsatz ist es gelungen, dass beispielsweise Gottesdienste auch weiterhin möglich waren. Und ich persönlich habe es auch unter den geltenden Auflagen als sehr kraftspendend empfunden, unseren Glauben in Gemeinschaft zu praktizieren zu erleben.

Auch die Arbeit der Sozialverbände wurde wesentlich erschwert – besonders für ältere Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, war das eine Belastung.

Und auch in vielen weiteren Dillinger Vereinen musste mit Schwierigkeiten gekämpft werden. Etwa bei den Musikvereinen – genauso wie im Sport. Fehlender Trainings- und Probe-Betrieb, eingeschränkte Spiel- und Auftrittsmöglichkeiten und ausbleibende Einnahmen waren nur einige der Schwierigkeiten, die unseren Vereinen zugesetzt haben.

Als Stadt haben wir versucht, den Ehrenamtlichen wo immer es möglich ist unter die Arme zu greifen. So hat der Stadtrat in seiner Weihnachtssitzung beschlossen, die personelle Unterstützung bei der Flüchtlingsarbeit finanziell zusätzlich zu fördern. Und der Stadtrat hat ebenso einstimmig beschlossen, die Jugendzuschüsse heuer zu verdoppeln.

Und alles andere als lustig ist die Situation auch für unsere Faschingsgesellschaften. Während wir als einen Höhepunkt den Nachtumzug heuer noch feiern konnten, stand ab Jahresmitte fest: Der Fasching 2021 muss leider ausfallen. Ich finde es stark, dass alle Gesellschaften GESCHLOSSEN diese Vernunft-Entscheidung mitgetragen haben.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir haben in diesem Jahr erleben müssen, dass es auch bei uns so etwas wie Unsicherheit und Zukunftsängste gibt. Gleichzeitig weiß ich aus den Statistiken unseres Stadtarchivs, dass es in diesem Jahr zahlreiche Nachfragen nach historischen Dokumenten zur Geschichte unserer Stadt und zu Familien gab.

Der Wunsch, Traditionen festzuhalten und Geschichte zu dokumentieren, ist bei vielen Mitmenschen heuer besonders stark gewesen.

Danken möchte ich in diesem Zusammenhang zwei Männern, die sich im Bereich der Traditions- und Geschichtspflege mit großem Einsatz eingebracht haben. Und die wir heuer offiziell aus ihren Ämtern verabschiedet haben:

  • Dies ist zum einen Hans-Jürgen Rupp, der viele Jahre lang unser Stadt- und Hochstiftmuseum als Kurator geleitet hat.
  • Und dies ist Karl Baumann, der sage und schreibe 50 Jahre das Ehrenamt des Stadtheimatpflegers in Dillingen ausgeübt hat und in einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen die Geschichte unserer Stadt zu Papier brachte.

In diesem Zusammenhang: Zu Papier gebracht wurde heuer auch die Geschichte von Fristingen – und zwar in einer großen Chronik. Der Anlass war das 800. Jubiläum unseres Stadtteils. Leider musste die geplante Feier wegen Corona auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Aber einen Trost gab es für uns alle: Das historisch belegte Wappen, das bei der Recherche für die Chronik wiederentdeckt wurde, konnten wir feierlich der Öffentlichkeit präsentieren.

Eine Präsentation in der Öffentlichkeit war hingegen für unsere Bundeswehr in diesem Jahr kaum möglich. Im Januar besuchte zwar die Verteidigungsministerin persönlich unsere Luitpoldkaserne und machte sich ein Bild von der ausgezeichneten Arbeit, die hier geleistet wird. Die später folgenden Gelöbnisse und Appelle konnten aber – bedingt durch Corona – nicht im Herzen unserer Stadt abgehalten werden, sondern fanden innerhalb des Bundeswehrgeländes statt. Auch die Feierlichkeiten zum 65. Jubiläum unserer Streitkräfte. Bei dieser Gelegenheit konnte ich ein weiteres Mal die starke Verbindung zwischen unserer Stadt und den Soldatinnen und Soldaten zum Ausdruck bringen.

Und diese Verbundenheit wurde übrigens auch Anfang des Jahres deutlich, als unter der Leitung von Major Tobias Wunderle das Luftwaffenmusikkorps Erfurt für ein Benefizkonzert bei uns zu Gast war. Der Erlös kam der musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen zugute. Allen Spenderinnen und Spendern nochmals meinen herzlichen Dank!

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auch das kulturelle Leben in unserer Stadt wurde heuer über Monate gebremst. Umso wichtiger und schöner war es da, dass zahlreiche Künstler und Kulturschaffende Wege gesucht und gefunden haben, um trotzdem für das Publikum da zu sein.

So, wie beispielsweise durch die zahlreichen Online-Konzerte von Solo-Künstlern, Ensembles, Bands und sogar ganzen Kapellen. Ich habe in diesem Jahr viele tolle Auftritte auf dem Bildschirm verfolgt – danke an alle, die das möglich gemacht haben.

Danken möchte ich ebenfalls der Kino-Familie Mayr, die mit viel Einsatz und Herzblut innerhalb kürzester Zeit eines der ersten Auto-Kinos in ganz Schwaben auf die Beine gestellt hat. Es war toll zu erleben, welche Begeisterung diese Events bei den Besuchern ausgelöst haben. Gern haben die Stadt, der Verein Image Plus und der Kulturring dabei unterstützt.

Wenn ich vom Kulturring spreche: Eine besondere Veranstaltung war auch das Jazz-Frühschoppen unter freiem Himmel im Garten der Villa Schätzl. Dieses einmalige Gebäude ist in diesem Jahr wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dank der neu gegründeten Lothar-Schätzl-Stiftung wird das Tor zu diesem großen, versteckten Garten in der Konviktstraße in Zukunft häufiger geöffnet werden.

Und noch viele weitere künstlerische Aktionen haben das kulturelle Leben in unserer Stadt in den zurückliegenden Monaten bereichert. Erst kürzlich haben beispielsweise unsere Dillinger Franziskanerinnen mit einer Sonder-Beleuchtung von Innenstadt-Gebäuden darauf aufmerksam gemacht, dass weltweit viele Millionen Menschen auf der Flucht sind und kein so ruhiges Weihnachten feiern können, wie wir im sicheren Deutschland.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auch in vielen weiteren Bereichen versuchen wir als Stadt, selbst zu unterstützen oder Unterstützung zu vermitteln. Hierfür möchte ich noch drei weitere Beispiele aufzählen, die alle aus diesem Jahr stammen:

- So hat der Stadtrat entschieden, die Sanierung der Steinheimer Kirche mit 135.000 Euro zu bezuschussen.

- Unter der Federführung eines Mitbürgers, Herrn Rauschmair aus Schretzheim, ist an verschiedenen Punkten im Stadtgebiet ein freies WLAN-Netzwerk entstanden … der sogenannte „Freifunk“. Eine ehrenamtliche Initiative, die es deutschlandweit auch in anderen Städten gibt. Jeder kann hier mitmachen. Aber darüber werden wir nächstes Jahr noch ausführlich informieren, wenn in der Innenstadt hoffentlich keine Corona-Auflagen mehr gelten. Das Ziel ist dann, möglichst viele Flächen mit dem kostenlosen WLAN abzudecken.

-  Und ich möchte Ihnen auch eine neue Stelle in unserer Stadt vorstellen, mit der wir Seniorinnen und Senioren sowie ihre Angehörigen zusätzlich unterstützen wollen: Und zwar mit einer zertifizierten Wohnraum- und Pflege-Beratung.

-  Mit diesem freiwilligen Angebot wollen wir der älteren Generation seriös, vertraulich und natürlich kostenlos mit Rat und Tat zur Seite stehen. Meine Bitte: Nutzen Sie diesen Service und vereinbaren Sie einfach einen Termin bei uns im Rathaus oder bei Ihnen daheim.

Auch ein weiteres groß-angelegtes Angebot für die älteren Generationen ist in diesem Jahr entstanden: Nämlich die Senioren-Gemeinschaft Dillingen-Lauingen. Das Ziel dieses Vereins: Gegenseitige Hilfe und Unterstützung bei den kleinen und großen Dingen im Alltag. Eine tolle Idee! Der Initiator Gerhard Brecht und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben in den zurückliegenden Monaten viel auf den Weg gebracht. Als Stadt unterstützen wir dieses Projekt jährlich mit 20.000 Euro – und zwar mit voller Überzeugung.

Und eine weitere Unterstützung und Entlastung für Senioren und pflegende Angehörige ist in diesem Jahr entstanden: Die Tagespflege-Einrichtung vom Roten Kreuz. Gebaut wurde sie im Dillinger Westen, direkt neben dem Krankenhaus. Nächstes Jahr soll sie in Betrieb gehen.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Stadt auch in Zukunft lebens- und liebenswert bleibt. Jeder von uns kann hierzu seinen Beitrag leisten. Und mit manchmal schon kleinen Gesten und Aktionen Großes bewirken. Als Stadt werden wir beispielsweise auch 2021 wieder versuchen, mit unseren öffentlichen Grünflächen die Artenvielfalt zu stärken und den Menschen, die vorbeikommen, mit dem Blütenmeer eine Freude zu bereiten. Als Pilotkommune beim Projekt „Unser Landkreis blüht auf“ wollen wir hier weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen.

Danke in diesem Zusammenhang auch an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich auf ihren privaten Grundstücken oder im öffentlichen Raum – wie etwa im Bürgergarten im Colleg – für unsere Umwelt und Natur einsetzen.

„Wie geht es 2021 weiter?“ Nun, mit Blick auf die städtischen Baumaßnahmen kommen hier – wie ich eingangs schon gesagt habe – gleich drei Großprojekte zum Abschluss:

  • Die Mittelschule
  • das Parkhaus
  • und das Rathaus

Weiter ist geplant, den Kindergarten am Karolinenweg zu erweitern.

Und wir werden einen umfangreichen und intensiven Bürgerdialog starten, um die Revitalisierung des sogenannten „GVD-Areals“ mit vielen Ideen und Vorschlägen aus der Bürgerschaft zu untermauern. Das Gelände der früheren Glasveredelung an der Donaustraße bietet viele Möglichkeiten. Uns als Stadt ist es wichtig, dass hier sozialer Wohnungsbau sowie Wohnungen für Mitbürgerinnen und Mitbürger mit geringem Einkommen entstehen. Weiter soll es barrierefreie Wohnungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geben. Auch betreutes Wohnen, Pflegeangebote und die Möglichkeit für Mehrgenerationen-Haushalte sollen möglichst gegeben sein. Ebenso wie zusätzlicher Raum für Kinderbetreuung, öffentliche Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität, Einkaufsangebote für Waren des täglichen Bedarfs, eine direkte ÖPNV-Anbindung und das alles mit einem klaren Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Sie sehen: Wir haben uns einiges vorgenommen! Vonseiten des Stadtrats freuen wir uns sehr darauf, diese Ideen gemeinsam mit der Bürgerschaft zu entwickeln.

Bereits abgeschlossen ist die Planung der Dillinger Caritas. Sie will 2021 damit beginnen, am Reitweg ein neues soziales Zentrum zu errichten, in dem all die Angebot gebündelt sind, die sich bislang im Stadtgebiet verteilen. Für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die von der Unterstützung der Caritas profitieren, ist das eine super Nachricht. Auch als Schirmherr der Dillinger Tafel, die hier ebenfalls angesiedelt wird, freue ich mich sehr über diese große Investition.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

2021 wird auch das Jahr von gleich zwei bedeutenden Jubiläen für unsere Stadt.

So würde zum einen Pfarrer Kneipp in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiern. Was sich der Kneipp-Verein und die Stadt hierzu überlegt haben: Lassen Sie sich überraschen. Und hoffen wir, dass uns Corona gebührend feiern lässt. Und noch einen weiteren Geburtstag gibt es 2021: Nämlich 50 Jahre Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung. Als Stadt sind wir unglaublich froh und dankbar, dass mit der Ansiedlung dieser wichtigen Bildungs-Institution eine würdige Nachfolge für die Dillinger Universität gefunden wurde. Auch hier wäre es schön, wenn wir dieses Jubiläum im kommenden Jahr feierlich begehen könnten.

_______

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am Ende meines Jahresrückblicks möchte ich nochmals danken. Und zwar allen, die sich heuer in besonderer Weise für andere Menschen eingesetzt haben – insbesondere im Gesundheitswesen und in der Pflege. Was in den Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenheimen und bei den Rettungsdiensten seit Monaten geleistet wird, verdient unseren Respekt. Durch die jetzt anlaufenden Impfungen kommt eine Menge zusätzlicher Arbeit auf alle Menschen in diesem Bereich zu. Ich wünsche Ihnen hierfür weiterhin viel Kraft – und auch, dass Ihre Arbeit durch eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und Unterstützung mitgetragen wird.

Lassen Sie uns alle mit unserem Verhalten dafür sorgen, dass unser Gesundheitswesen nicht überlastet wird. Und wir das Virus miteinander in den Griff bekommen. Die anstehenden Wochen werden jetzt zur Bewährungsprobe für unsere Gemeinschaft. Und ich bin absolut zuversichtlich, dass wir sie bestehen werden.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien für das Jahr 2021 alles erdenklich Gute, Glück und Zufriedenheit, Gottes Segen und Gesundheit.

 

(Oberbürgermeister Frank Kunz, 30.12.2020)

________________________________________________________________

Alle statistischen Daten für das Jahr 2020 finden Sie hier: