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Schretzheim

Sitz eines hochstiftischen Vogtamtes

Lupe
Maria Rosenkranzkönigin in Schretzheim
Maria Rosenkranzkönigin in Schretzheim

Schretzheim liegt auf der Hochterrassenebene nordöstlich der Kernstadt beiderseits der Egau, die nahe dem westlichen Ortsrand die von Westen aus dem Bachtal kommende Zwerg aufnimmt. Der Ort ist eine alemannische Gründung.

Etwa 500 m westlich von Schretzheim wurde am linksseitigen Egaurand in der Flur "Gartenäcker" einer der größten bislang erschlossenen Reihengräberfriedhöfe aus der alemannischen Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts aufgedeckt. Paul Zenetti grub auf einer Fläche von 140 mal 100 m insgesamt 630 Reihengräber aus.

Der Ort wird wahrscheinlich erstmals um 1140 als Screheim genannt, sicher 1256 als Srezheim, was vielleicht soviel bedeutet wie Heim eines Scrati. Im 13. Jahrhundert war es Sitz dillingischer Ministerialen, die sich nach ihm als Herren von Schretzheim benannten. Zu Schretzheim hatten die Grafen von Dillingen Besitz, der 1257 durch die Hartmannsche Schenkung an das Hochstift Augsburg kam.

Die hohe Obrigkeit und Landeshoheit über Schretzheim lag seit dem Spätmittelalter bei Bayern, bzw. ab 1505 bei Pfalz-Neuburg. Erst 1783 kam sie durch Tausch an das Hochstift Augsburg. Schretzheim war Sitz eines hochstiftischen Vogtamtes. Das Hochstift hatte vor allem im Spätmittelalter fast den gesamten Grundbesitz zu Schretzheim aufgekauft.

Zusammen mit dem Hochstiftsland kam Schretzheim durch die Säkularisation 1803 an Bayern. Von 1559 bis 1844 befand sich in Schretzheim eine wichtige Papiermühle. 1844 wurde sie in eine Mahlmühle umgewandelt.

1840 entstand westlich von Schretzheim eine zweite Papiermühle, die 1855 in eine Lederfabrik mit Loh- und Ölmühle und 1870 in eine mechanische Bindfadenfabrik umgewandelt wurde.

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